5 Menschen, die auch keinen Bock mehr auf ihre Schwangerschaft haben

Nachdem ich mich vor ein paar Stunden ausgeheult habe, dass mich meine Schwangerschaft gerade mächtigst annervt, habe ich getan, was jede gute Webbewohnerin tut: Ich habe gegoogelt.

Dabei habe ich viele Menschen gefunden, die ebenfalls von ihrer Schwangerschaft die Schnauze voll haben. Irgendwie fand ich das so schön und aufbauend, dass ich die schönsten Frustbekenntnisse gesammelt habe.

1. „Es passiert garnix!“

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2. „Dann bekommt er halt die Zwangsräumung!“

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3. „Er benutzt meine GEdärme als Rutschbahn!“

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4. „Das ist ja furchtbar!“

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5. „Ich bin eine 0,5-Liter-Flasche, die eine 0,75-Liter-Flasche verschluckt hat“

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Warum ich (wahrscheinlich) ein Bauchband tragen werde, die Werbung dazu aber Schrott ist

Was ist ein Bauchband?

Bei einem Bauchband, „Belly Band“, „Belly Wrap“ oder einer Bauchbinde handelt es sich um ein Kleidungsstück, das den Bauch zusammendrückt. Dabei wird das lockere Gewebe des postpartalen Bauches komprimiert, er wirkt dadurch weniger schlaff, die gedehnten Muskeln werden gestützt und die Rückbildung wird beschleunigt. Das Bauchband wird unter der Kleidung getragen, tagsüber, bis zu 18 Stunden täglich. Postpartale Bauchbänder sind aus Asien bekannt. Im europäischen Raum werden Korsetts und Bauchbänder therapeutisch gegen Rückenschmerzen und Haltungsschäden genutzt.

Leider ist mir ist bei meiner Recherche keine wissenschaftliche Studie untergekommen, die den Nutzen von Bauchbändern objektiv untersucht. Die Ausführungen und Informationen unten basieren daher auf anekdotischen Berichten von Einzelpersonen oder deren mehr oder weniger unvoreingenommenen Überlegungen. Am nächsten an eine objektive Einschätzung der Fakten kommt dieser Artikel von Alphamom heran.

Und alles für die Normschönheit?

Ich habe heute Morgen gehört, dass Bauchbänder vor allem unter ästhetischen Gesichtspunkten vermarktet werden. Leider hat meine Recherche das bestätigt. „Verlier‘ deinen Babybauch schneller!“, „Finde zurück zu deiner alten Form!“, „Abnehmen mit dem Bauchband!“. So oder so ähnlich lauten die Slogans.

Wenig überraschend finde ich diese Marktingmasche absolut uncool. Bodyshaming und Fatshaming sind nie in Ordnung, immer hinderlich, im medizinischen Kontext sogar grob fahrlässig und gehören unterlassen. Insbesondere nach einer Schwangerschaft, die immer eine körperliche Veränderung irgendeiner Form mit sich bringt. Insofern finde ich es sehr problematisch, Bauchbänder unter diesem Aspekt zu vermarkten. Als ob Menschen, die gerade ein Kind geboren haben, daran erinnert werden müssten, dass ihr Körper jetzt anders ist als vor der Geburt. Ja, mach Sachen – natürlich ist er das!

So wird ein Bauchgurt auf windeln.de beworben. Schade.

So wird ein Bauchgurt auf windeln.de beworben. Schade.

Was also definitiv nicht ok ist, ist die gesellschaftliche und mediale Stigmatisierung von nicht normschönen Körpern, auch nach einer Schwangerschaft. Andererseits geht es für mich in Ordnung, wenn eine Person die Entscheidung trifft, sich selbst auf die eine oder andere Art schön zu finden und in Richtung ihres Ideals arbeitet. Dabei will ich aber keinesfalls leugnen, dass gesellschaftlich-medialer Druck einiges dafür tut, dieses vermeintlich persönliche Idealbild schön nah in Richtung Normschönheit zu rücken. (Dieser Artikel beleuchtet das zum Beispiel toll.) Aber kommen wir wirklich weiter, wenn wir ein Individuum für seine Entscheidung für eine Anpassung an ein normschönes Ideal beschämen? Wir alle müssen immerhin in dieser unvollkommenen Gesellschaft leben, und es bedarf einiges an Kraft und Entschlossenheit, sich gesellschaftlichem Druck zu widersetzen. Nicht jede*r hat dazu ununterbrochen die Kraft.

Darum ist es für mich auch in Ordnung, wenn ein Bauchband einigen Menschen dabei hilft, ihren nachschwangerschaftlichen Körper schneller wieder für sich anzunehmen. Und das schließt auch eher funktionale Aspekte ein. Durch die Entlastung der durch die Schwangerschaft strapazierten Muskeln in Bauch und Rücken kann es mit einem Bauchband schneller möglich sein, Sport zu treiben oder insgesamt aktiv zu sein, was für viele Menschen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität bedeutet.

Medizinische und gesundheitliche Aspekte

Aber es gibt noch ganz andere Faktoren, die für eine zumindest kurzfristige Benutzung eines Bauchbandes sprechen. Einige Quellen empfehlen generell die Stützung der Organe in der ersten Zeit. Nach einem Kaiserschnitt kann die Kompression beispielsweise Schwellungen reduzieren und die durchtrennten Faszien entlasten, was wiederum zu weniger Schmerzen führt. Auch bei einer Rektusdiastase, dem starken Auseinanderklaffen der geraden Bauchmuskeln, kann eine Kompression zumindest in der ersten Zeit förderlich sein. Später wird empfohlen, Rückbildungsgymnastik und spezielle Übungen zur Stärkung der queren Bauchmuskeln zu machen.

Es ist aber auch wichtig zu erwähnen, dass eine übermäßig starke Kompression zu einer Verschlechterung von Inkontinenz führen kann und zu einer Schwächung der Rückenmuskulatur. Übertreiben sollte man es also auf keinen Fall mit der Kompression.

Meine Gründe für ein Bauchband

Ich habe mich inzwischen dafür entschieden, ein Bauchband auszuprobieren. Ich muss natürlich sehen, wie es mir damit geht, ob ich damit klar komme und ob ich den subjektiven Eindruck habe, dass es mir hilft. Einer der Gründe dafür ist, dass meine Rektusdiastase inzwischen deutlich wahrnehmbar ist und ich hoffe, dass sie sich durch das Bauchband und gezielte Übungen schnell zurückbildet.

Und ja, ich hoffe auch, dass das Gefühl von in mir rumschwappenden Organen dadurch weniger stark und irritierend ist und auch, dass sich mein Bauch schneller wieder wie mein Bauch anfühlt. Ich erwarte keine Wunder in zwei Wochen, ich erhoffe mir nicht den Flachbauch irgendwelcher Promis. Ich will einfach, dass sich mein Körper wieder mehr nach mir anfühlt. Und nicht zuletzt möchte ich mich endlich wieder bewegen können und schneller wieder Sport machen können. Ich hoffe, dass mir das Bauchband auch dabei ein wenig helfen kann.

tl;dr

Leider werden Bauchbänder vor allem unter dem Aspekt des „zurück zum Vor-Schwangerschafts-Körper“ beworben, obwohl es mindestens Hinweise auf medizinischen Vorteile gibt. Außerdem ist Bodyshaming Mist, trotzdem kann nicht von jeder Person die Kraft verlangt werden, sich gegen gesellschaftliche Normen zu stemmen.

Die Seltsamkeiten einer Schwangerschaft

Schwangerschaftssymptome. Wer liebt sie nicht? So vielfältig, so merkwürdig, und so oft unerwartet.

Ich hatte ja mit einigem gerechnet. Mit Stimmungsschwankungen zum Beispiel. Die fielen aber nicht schlimmer aus als meine normalen Launen. Am ehesten merkte man mir die Schwangerschaft vermutlich im ersten Trimester an, als ich zerknirscht war, weil ich ständig krank war und mir vom Geruch eigentlich allen Essens schlecht wurde.  Auch mit diesen Symptomen hatte ich gerechnet. Aber einiges erwischte mich dann doch ziemlich unerwartet, vermutlich, weil über die selteneren Auswirkungen einer Schwangerschaft weniger gesprochen / geschrieben wird.

Daher nun ohne weitere Umschweife:

Meine absurdesten Schwangerschaftsbeschwerden

Trockene Haut, trockene Haare

Angeblich soll die Haut während der Schwangerschaft ja besser durchblutet sein, strahlen und so. Irgendwie sah das bei mir anders aus. Ich hatte trockene Haut, und zwar so richtig.

Dabei war ich vor der Schwangerschaft eine, die sich jeden Morgen die Haare gewaschen hat. Weil es nötig war. Meine Gesichtshaut hatte ohne Make-Up einen dauerhaften, gesunden Speckschwartenglanz und ab und zu die üblichen Pickelchen, die mit zu fettiger Haut eben einhergehen. Denn seit meiner Pubertät war mein Körper unverrückbar der Ansicht, dass viel Hautfett schöne Haut und Haare macht, und trotz vieler Überredungsversuche konnte ich ihn nicht vom Gegenteil überzeugen.

Bis ich schwanger wurde. Ich erinnere mich, verzweifelt fast täglich meine vermeintlich fettige Haut zu peelen, weil sie immer röter wurde und sich entzündete. Ich doch gelernt hatte: Wenn das passiert, ist die Haut viel zu fettig und muss mit sanfter Gewalt ins Gleichgewicht gebracht werden! Das war so kurz vor der Halbzeit. Irgendwann, nachdem ich bereits einige Wochen lang den Kampf gegen meine scheinbar fettige Haut geführt hatte, dämmerte es mir. Die Stellen, die rot waren und sogar begannen, sich zu schälen, lagen in den üblicherweise trockenen Hautbereichen, den Wangen. Ich begann also mit dem Gegenprogramm und behandelte mit Feuchtigkeitscremes aus der Drogerie, die schlimmen Stellen auch mit Dexpanthenol. Und was soll ich sagen: Es brachte einen feuchten Pups. Gar nichts. Niente!

Ich ließ mich dann in einer Apotheke beraten und entschied mich für eine Gesichtscreme für sehr sensible, trockene Haut mit Thermalwasser. (Es handelt sich bei der Creme um Avène für überempfindliche Haut.) Kam mir zwar vor wie Hokuspokus, aber da meine Mutter mit ihrer trockenen Haut die gleiche Marke seit Jahren sehr gut verträgt, dachte ich: Na schön, es schadet ja nicht, sie zu testen. Und siehe da: Meine Haut erholte sich innerhalb einer Woche.

Meine Haare wasche ich inzwischen jeden dritten Tag, was vollkommen ausreicht. Immerhin kann ich von dem beim Shampoo gesparten Geld die teure Creme ein wenig gegenfinanzieren…

Seltsamer Schlafrhythmus, oder: Wach? Wer ist hier … *chchch*

Ich hatte davon gelesen, dass im ersten Trimester viele Schwangere tagsüber sehr müde sind. Und gleichzeitig nachts nicht gut schlafen können. Ich hatte nur nicht gedacht, dass mich das betreffen würde, immerhin bin ich die, die immer, überall, in jeder Situation und bei jeder Lautstärke innerhalb weniger Minuten tief und fest schlafen kann.

Am Ende des ersten Trimesters hatten mich meine Hormone allerdings auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Ich war nur mit Mühe in der Lage, einen vollen Arbeitstag durchzuhalten, fiel zuhause direkt aufs Sofa, aß eine Kleinigkeit – und schlief ein. An den schlimmsten Tagen war es knapp 19 Uhr.

Entschädigt wurde ich dadurch, dass ich nachts häufiger aufwachte. Und auch wach blieb. Wer 2 Uhr für eine ungeeignete Aufwachzeit hält, der*m kann ich durchaus zustimmen. 4 Uhr ist auch kaum besser, besonders dann nicht, wenn der Schlaf gar nicht mehr kommen möchte.

Ich bin zwar inzwischen tagsüber nicht mehr so erschöpft, aber ich finde es doch unangenehm, dass ich bis heute immer noch um 4 Uhr nachts aufwache.

Eisenmangel und Sodbrennen

Genau genommen ist Eisenmangel kein seltenes Symptom von Schwangerschaften. Schwangerschaft gilt durch den erhöhten Eisenbedarf grundsätzlich als Risikofaktor, einen Eisenmangel zu entwickeln. Ich durfte allerdings die Erfahrung machen, dass Eisenmangel auch zu Sodbrennen führen kann, neben Abgeschlagenheit, Kreislaufproblemen, eingerissenen Lippen, Kurzatmigkeit, Hauttrockenheit und anderem.

Leider dauerte es ein wenig, meine Frauenärztin davon zu überzeugen, dass ein Ferritinwert von nicht einmal 10 nicht mehr mit irgendwelchen Säften behandelt werden sollte. Been there, done that, brachte nichts. Im Gegenteil, von den Säften wurde mir auch noch schlecht. Kaum war ich auf hochdosierte Eisentabletten umgestiegen, ging es mir besser: Ich war wieder wacher, fitter, und mein Sodbrennen war auch innerhalb weniger Tage vollständig verschwunden.

Die Taube linke Hüfte

Meine linke Hüfte wird taub, wenn ich länger gehe oder stehe. Das ist seltsam. Davon hatte ich bisher noch nie gehört. Und, als Bonus: Das ist schlecht zu therapieren, sagt zumindest meine Physiotherapeutin. Sie vermutet, dass „irgendwas am Iliosakralgelenk“ ist oder der Kind auf etwas drückt – aber viel tun kann sie nicht, solange das Kind noch im Uterus wohnt. Sie hat mir ein paar Übungen gezeigt, die ich machen kann, die die Gelenke und Muskeln im unteren Rückenbereich etwas entspannen sollen. Sie helfen mäßig.

Wann immer meine linke Hüfte „einschläft“, mache ich eine meiner Übungen, die einzige, die wenigstens kurzfristig hilft: Ich lasse den Oberkörper mit geradem Rücken und entspannten Knien möglichst tief nach unten hängen. Sieht nicht sehr talentiert aus, hilft aber zumindest für kurze Zeit.

Welche angeblich typischen Beschwerden ich nicht hatte

Auf der Haben-Seite fehlen mir eine ganze Reihe von Symptomen, die angeblich fast alle Schwangeren haben. Ich habe keine Dehnungsstreifen. Ich hatte eigentlich keine Gelüste, es sei denn, Gelüste sind definiert als „Dinge, die man noch essen kann, wenn 98% der Nahrungsmittel Würgereiz auslösen“. Ich habe supere Zähne und sehr gesundes Zahnfleisch. Mein Körper hat meines Wissens nicht übermäßig Wasser eingelagert. Und ich habe weder Verdauungsprobleme noch Hömorrhoiden. Zum Glück.

tl;dr

Schwangerschaftsbeschwerden sind sehr individuell und überraschend. Wie eine Schachtel Pralinen. Meist nicht sehr leckeren.