Schwanger – und dann krank

Schwanger sein heißt, dass das Immunsystem nicht unbedingt Urlaub macht, aber sich doch eher auf Teilzeitarbeit beschränkt. („Viren? Och nö, die greifen wir heute nicht an.“) Der Körper ist gerade damit beschäftigt, einen neuen Menschen zu züchten, und das geht vor. Schwanger sein heißt aber auch, auf viele Medikamente verzischten zu müssen, weil offenbar viel Forschung auf dem Gebiet fehlt, was dem Embryo in welchem Entwicklungsstadium schadet.

Ich war in meiner 6. und 7. Schwangerschaftswoche krank: Zuerst erwischte mich eine Erkältung schlimmer als sonst, und gleich danach die Grippe. Die Erkältung brachte ich noch mit Thymiantee und Honig hinter mich, ich war aber überrascht, wie ausgeknockt ich war. Die Grippe war danach allerdings ein anderes Kaliber: Tagelang verließ ich kaum das Bett, war vollkommen kraftlos, hatte keinen Appetit (genau genommen war mir sogar übel), und als der Husten so richtig losging, hatte ich meinen Hals schon wundgehustet.

Was mir am meisten Sorgen machte, war aber mein Fieber. Es begann am ersten Tag mit erhöhter Temperatur und stieg am zweiten Tag auf über 38°C. Als es sich langsam aber sicher in Richtung 39°C bewegte, machte ich mir Sorgen: Gerade im 1. Schwangerschaftsdrittel ist es wichtig, nicht zu überhitzen. Kritisch wird es nach verschiedenen Quellen ab 38°C, 39°C oder 40°C.

Medikamente in der Schwangerschaft

Ich hatte am ersten Tag bereits starke Kopfschmerzen und Ibuprofen genommen, das im 1. Trimenon als sicher gilt. am zweiten Tag, als mein Fieber stieg, suchte ich Rat bei meiner Hebamme. Sie empfahl mit Paracetamol und die Rücksprache mit einer*m Gynäkolog*in. Die Belegsgynäkologin im örtlichen Krankenhaus (natürlich war meine Gynäkologin gerade im Urlaub) klang von kurzfristigen 39°C Körpertemperatur nicht sonderlich beeindruckt, empfahl aber auch Paracetamol. Das nahm ich, mein Fieber sank, mir ging es besser. (Dass ich beim Husten später einen Asthmaanfall als Nebenwirkung erlebte, da ich sonst nie Asthma hatte, ist wohl unter „persönliches Pech“ zu verbuchen.)

Besonders quälend war für mich die Halsentzündung, die sich wirklich nicht mit Husten verträgt. Ich kann hier „Isla med“ empfehlen, trotz des widerlichen Geschmacks. Was ich gar nicht empfehlen kann, ist Zwiebelsaft. Der hilft zwar super, um den Hustenreiz unten zu halten. Allerdings brauchte ich davon ziemliche Mengen – und die lösten bei mir Übelkeit aus. Und kurz darauf auch Durchfall. Yay. Nicht.

Wer sich wie ich nicht ausschließlich auf die Meinung von Apotheker*innen und Ärzt*innen verlassen möchte, kann außerdem auf die Seite embryotox.de oder die entsprechende App zurückgreifen. Die Webseite ist dabei etwas umfassender und bietet beispielsweise auch von Krankheiten ausgehend eine Beratung, welche Medikamente als sicher gelten. Die App (Android) beschränkt sich darauf, einzelne Medikamente oder Wirkstoffe und ihre potenzielle Toxizität aufzulisten.

Insgesamt betrachtet scheint mir eine gute Impfprophylaxe die klügere Wahl zu sein, selbst, wenn die für die Grippe in diesem Jahr nicht ganz so gut wirken soll wie sonst.

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